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Jürgen Klauke, Phantomempfindung Aus: Jürgen Klauke, (Ich & Ich). Erotographische Tagesberichte Aus: Jürgen Klauke, Ein Moment wie ein Zungenschlag Aus: Jürgen Klauke, Ziemlich, 1979–81 Aus: Jürgen Klauke, Entlang der Cioran-Linien Aus: Jürgen Klauke, Körperzeichen/Zeichenkörper II Aus: Jürgen Klauke, Körperzeichen/Zeichenkörper IV

Ausstellung

JÜRGEN KLAUKE – SELBSTGESPRÄCHE. ZEICHNUNGEN 1970–2016

26.3. 16.7.2017

Jürgen Klauke (*1943) setzt sich seit den 1970er Jahren mit gesellschaftlich normierten Geschlechtsidentitäten und sozialen Verhaltensmustern kritisch auseinander und nahm damit aktuelle Genderdiskurse vorweg. Er gehört zu den wichtigsten Akteuren der inszenierten Fotografie und gilt als Pionier der Body-Art und Performance. Von 1994 bis 2008 hatte er die Professur für künstlerische Fotografie an der Kunsthochschule für Medien in Köln inne.

Dem "intermediären Aktionisten", wie sich Jürgen Klauke selbst nennt, geht es bis heute um ein Aufbrechen überkommener Denk- und Bildvorstellungen. Der menschliche Körper steht im Zentrum seines gesamten Werkes, das er als "Ästhetisierung des Existenziellen" umschreibt und das durch eine provokative Kraft gekennzeichnet ist.

Von Anfang an entstanden Zeichnungen, die auch seine inszenierten Fotografien inspirieren, so wie diese auf die zeichnerischen Ideen zurückwirken konnten. Während seine fotografischen Arbeiten in großen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt wurden, ist sein zeichnerisches Werk weniger präsent.

Vom 26. März bis 16. Juli 2017 gibt die Ausstellung "Jürgen Klauke – Selbstgespräche. Zeichnungen 1970–2016" erstmalig einen retrospektiv angelegten Überblick über das zeichnerische Werk des Künstlers, das vier Jahrzehnte überspannt. Die Präsentation von rund 400 Werken zeigt die Entwicklung von den frühen, "erotographischen" Zeichnungen mit Tagebucheintragungen bis zu den großen, farbigen Gouachen und umfangreichen, in schwarz-weiß gehaltenen Zeichnungssuiten.

Trailer zur Ausstellung

Im Laufe der 1970er Jahre und parallel zu Performances und Fotoserien, die offensiv gesellschaftliche Realitäten sprengen, entstehen Tageszeichnungen, die der Künstler "Fag-Hag" (1974), "Sekunden" (1975/76) oder "Ziemlich" (1979-81) nennt oder denen er 1970/71 – also gleich zu Beginn – den programmatischen Titel "Ich & Ich" gibt.

Es sind immer wieder existenzielle Fragen, die Jürgen Klauke umtreiben und an den Titeln seiner farbigen Gouachen ablesbar sind: "Griff ins Leere" (1983-90), "Stottern + Stammeln / länglich" (1992/93) oder "Phantomschmerz" (2003).

Mit den schwarz-weißen Zeichnungsserien "Entlang der Cioran Linien" und "Körperzeichen Zeichenkörper", die 2012 und 2013 als großformatige Künstlerbücher erschienen sind, werden Motive aus den fotografischen Inszenierungen sowie aus den frühen Tageszeichnungen destilliert, erweitert und neu formuliert. Auch hier sind die männlichen und weiblichen Körperteile und einzelne als Requisiten des Seins und der Welt fungierende Gegenstände einer permanenten Verwandlung und Verschmelzung unterworfen. Linien bilden klare Konturen, die einerseits durch parallele Wiederholung psychische Energien ausstrahlen und sich andererseits zu schwarzen Flächen wandeln, die sowohl Raum als auch Leere suggerieren.

Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Künstler.

Edition von Jürgen Klauke

Edition Körperzeichen/Zeichenkörper, 2017 Heliogravur, 42 x 32 cm, Auflage von 40 Exemplaren auf Büttenpapier (Lana Royal)

Es erscheint ein Katalog mit 208 Seiten, zahlreichen Abbildungen und Beiträgen von Hans-Michael Herzog, Jürgen Pech, Eva Lenhardt, Achim Sommer und Jürgen Wilhelm.
Museumsausgabe 39,80 €, vom Künstler signiertes Exemplar 49,80 € (limitiert auf 100 Kataloge).

Jürgen Klauke hat anlässlich der Ausstellung ein Motiv aus seiner Zeichnungsserie "Körperzeichen/Zeichenkörper" als Druckgrafik verlegen lassen, die im Museumsshop in einer Auflage von 40 Exemplaren erhältlich ist.